Auf bald... vielleicht

Blog wird auf unbestimmte Zeit eingestellt.

 

Joa das ist eigentlich das Wichtigste zum Moment.

 

Wir haben beschlossen, das Projekt „Müllanfuhr“ zu pausieren. Der Grund ist, dass das Zeitaufwand zu Resonanz-Verhältnis für uns nicht stimmt.

 

Wenn wir mehr Zeit aufwenden würden, dann wäre vielleicht auch die Resonanz höher, so dass es sich irgendwann lohnen würde, aber das können und wollen wir momentan nicht, denn ich und Francois beschäftigen uns auch sonst sehr viel mit dem Schreiben und dem Zeichnen.

 

Francois ist Student und denkt schwer verzweifelt über seine Zukunft nach und ich schreibe gerade ein Buch, was mich auch oft stundenlang an den Computer fesselt.

Dabei werden die regelmässigen Einträge zu einer Pflicht, die sie nicht sein sollten. Aber ohne Regelmässigkeit macht der Blog noch weniger Sinn als jetzt gerade.

 

Aufgrund unseres Konzepts, anonym zu bleiben, können wir das Ganze auch nicht mit unseren anderen Projekten vermischen, geschweige denn mit unserem persönlichen Netz teilen.

Die Einträge bleiben aber trotzdem auf der Seite und wir werden hier auch erreichbar sein. Für Anfragen bezüglich Illustrationen und Schreiben sind wir ebenfalls zu haben.

 

Apropos: Das Blog-Battle ist abgesagt, zu wenige Teilnehmer. Viel zu wenige. ;)

 

Hübsche Woche ihr Inhalte-Ersteller und Leser!

 

PS: Francois Illustration soll wohl seine Motivation für dieses Projekt zum Ausdruck bringen. Als ich ihn darauf angesprochen habe hat er nur gelacht.

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11 Uhr - Lachkrampf

Ich sitze in meiner Kabine und drehe mich auf meinem Stuhl.

 

Ich soll Tickets verkaufen für das Skigebiet. Aber das Wetter ist scheisse und ich sitze an der Bargeldkasse. Die ist immer noch ein bisschen schlechter besucht als die anderen Kassen, wo man mit Kreditkarte zahlen kann.

Die Kasse ist übrigens damals kurzfristig zur Bargeldkasse erklärt worden als eines unserer Kärtchenleser kaputt gegangen ist.

Endlich steuert einer der Touristen auf meinen Schalter zu. Schnell schliesse ich die die Gaming Guide-Seite auf meinem Computer und bereite mich mental auf seinen Wunsch vor.

 

„Hallo.“ beginnt er, und stellt seine Skier an die Scheibe, statt sie wie alle anderen draussen zu lassen.

 

„Ich hätte gerne eine Halbtageskarte.“

 

„Möchten sie eine Vor- oder Nachmittagskarte?“ frage ich, bevor mir die Überflüssigkeit meiner Frage bewusst wird. Es ist nämlich bereits elf Uhr.

 

„Ich äh, eine Nachmittagskarte.“

 

Ich sehe in meinem Augenwinkel die Chefin, die in der benachbarten Kabine sitzt, grinsen.

Verplant gebe ich die nötigen Informationen zum Ausstellen der Karte ein.

 

„Haben sie eine Karte zum Ausladen, äh Aufladen?“ verhaspel ich mich.

 

Er zeigt vor sich auf den Tisch und tatsächlich liegt da bereits eine Karte. Neben mir prustet meine Chefin und verschwindet unter dem Tisch um ihren Lachanfall zu verbergen.

Ich spüre wie in mir selbst das Lachen hochsteigt, dabei gibt es gar keinen vernünftigen Grund. Der Kunde blickt mich erwartungsvoll an, er hatte meine Chefin nicht bemerkt.

Die Wände dämpfen jedes Geräusche sehr gut ab, wir sprechen durch ein Mikrophon.

 

Ich versuche Ernst zu bleiben.

 

„Dann wünsch ich ihnen einen schönen Tag.“

 

Er sieht mich an.

 

„Ja, und meine Karte?“

 

Und dann kann ich mich auch nicht mehr halten, ich lache bis die Tränen kommen, halte mein Gesicht in den Händen. Irgendwie schaff ich es, ihm die Karte für das Geld zu geben, dann verabschiede ich mich mit einer lachenden Entschuldigung und schliesse meine Kasse kurz, um etwas zu trinken und mich zu beruhigen.

 

Der Kunde habe ausgesehen, als fühle er sich verarscht, wurde mir später gesagt.

 

War ja keine Absicht.

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Wenn Sprühdosen beim Schütteln zu laut sind

In einer nicht sehr fernen, aber doch strafrechtlich bereits verjährten Vergangenheit...

 

In einer Welt, in der Grosskonzerne und eine undefinierte Erwachsenenschaft die volle Gewalt über die Gestaltung unserer Umwelt hat.

 

In der Drachen und Hexen...

 

...auch nur in Fiction existieren.

 

Da machten sich zwei Jungs auf, ihre Welt in Farbe zu tauchen.

 

In schwer zu entfernenden Autolack aus Spraydosen, um genau zu sein, denn nicht jeder möchte seine Welt farbig.

 

Und die jungen Burschen sahen zwar ein das jegliches Treiben vergänglich war, aber sie erkannten auch die Möglichkeit ihre Werke chemisch sehr haltbar zu machen.

Also packten sie ihre Rucksäcke voller Spraydosen und Caps und packten auch jeweils eine Maske und Handschuhe ein.

 

(Denn das Zeug ist verfickt schwer abwaschbar und auch nicht besonders gesund in der Lunge)

 

 

Natürlich war es nicht die erste Tour dieser Art, welche unsere beiden Helden unternommen hatten, aber an diesem Abend waren die Gegebenheiten besonders ungünstig.

 

(Es war kalt wie Scheisse)

Schon auf dem Waldweg, der zu ihrem ersten Ziel führen sollte, stand den beiden das Adrenalin bis zum Hals. In unserer Paranoia malten sie sich bereits Todeskämpfe mit bewaffneten Polizisten und Schäferhunden aus, aber unerwartet schnell standen sie dann vor der ersten Leinwand ihres kriminellen Vorhabens.

 

Da es inzwischen etwa zwei Uhr in der Nacht war und die beiden Künstler darauf brannten, ihr erstes Werk zu erschaffen, stellte sich schnell ein emsiges Treiben ein.

 

Das Schütteln der Dosen fühlte sich zwar immer noch unangenehm an, da es in der Stille der tropfenden Nacht gefühlt über Kilometer zu hören gewesen sein muss, aber nun gab es kein zurück mehr.

 

Dann, mittendrin, eine Stimme. Die jungen Helden erstarrten, ergaben sich bereits ihrem Schicksal, und drehten sich um. Aber es war nur ein Jogger.

 

(Ein Jogger???! Welcher geisteskranke Psychopath joggt im Winter im Regen den Gleisen entlang??)

 

Dieser Mann muss seine Gründe gehabt haben. Ein voller Terminkalender vielleicht, gepaart mit einem konsequenten Charakter, der sich vorgenommen hatte, im neuen mehr Sport zu treiben. Vielleicht auch ein Schlafwandler. Oder eine ausgeprägte Sozialphobie, wogegen allerdings spricht, dass er die beiden freundlich gegrüsst hatte.

 

Die fertigen Werke ignorierte er.

Möglicherweise trieb dies unsere Helden an, ein gefährlicheres Ziel anzupeilen:

 

Eine Umladestation an einer verlassenen Haltestelle.

 

Nicht weniger gefährlich, als nach dem Übersteigen der Zäune und dem hektischen Überspringen der Gleise die Lichtmelder angingen.

 

Aber niemand bemerkte die Rebellen im Regen.

 

Also erstellten sie ein weiteres Kunstwerk. Nun mit Licht und geschützt von Regen, was sich auch sehr positiv auf die Qualität auswirkte.

 

(Die ersten „Kunstwerke“ waren beschissen, wir schämen uns heute noch dafür. Ich glaube die wissen das und nur deswegen wird das nicht weggeputzt.)

 

Als sie in der Sicherheit der Enfernung ihre Sachen packten und schon nach Hause gehen wollten, da fiel ihnen ein, dass sie noch eine dritte Skizze gemacht hatten.

Also suchten sie eine weitere graue Fläche, die danach schrie, beschmiert zu werden und die beiden eilten sofort zu Hilfe!

 

Über Zäune, Böschungen und an Gittern vorbei.

 

An ein Firmengebäude.

 

Aber fast alle Dosen waren leer...

 

Und die Skizzen waren nicht die besten...

 

Und die Körper der jungen Männer waren ausgezehrt und schlaff...

 

Und so...

Und wenn ihre Identitäten noch nicht aufdeckt wurden...

Dann sprayen sie noch heute...

 

(Aber besser)

 

 

(Viel besser)

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ReiQ's seriöse Titten-Tutorials

Der Venezolaner Reinaldo Quintero (ReiQ) ist besonders für seine von Animes beeinflussten, lasziven Zeichnungen von Frauen in dynamischen Posen mit extrem waghalsigen Perspektiven und Bildelementen bekannt. Hinweisen möchte ich hier jedoch auf seine Tips und Tricks, die er online Interessierten zur Verfügung stellt.

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Tagebuch: Bewerbungsgespräch bei Fast-Food-Laden

Einfache Onlinebewerbung, sofort Mail mit Daten gekriegt, alles sehr professionell. Der innere Kern des Unternehmens scheint organisiert.

 

Bewerbungsgespräch mit sieben weiteren Bewerbern, offenbar ist nicht nur das Food hier „fast“, sondern auch die Verfahren. Wir sitzen an einem runden Tisch.

Nervös bin ich nicht, schliesslich ist das hier jobtechnisch mein Notfallplan. Es wäre nicht schlimm, wenn ich die Stelle nicht bekommen würde.

Aber ich hab wohl auch nichts zu befürchten, manche der Bewerber können kaum deutsch. Sogar die Personalleiterin hat ihre Mühe und einen deutlichen Akzent.

 

Nur halbwegs anwesend, steht im Hintergrund ein weiterer Angestellter, der aber nur selten einen Kommentar abgibt, und wenn, dann anzüglich und zu der Rednerin. Die Personalchefin versucht Professionalität zu wahren, flirtet aber mit den Augen zurück.

 

Eine Frau die ich bei der Begrüssung für eine Sekretärin gehalten hatte, da weiss angezogen, betritt den Raum und übernimmt. Es ist die Filialleiterin. Sie begrüsst uns und startet die Powerpoint-Präsentation.

Wir Geladenen hören erstmal zu. Schwer zu sagen wer die Instruktionen und Beschreibungen aus dem Beamer auch wirklich versteht, aber das Ganze wirkt sowieso ziemlich erzwungen.

Ich glaube wir sind eigentlich schon alle eingestellt.

 

Ab und zu gibt es Fragen im Publikum, wie:

 

„Und warum? Warum darf unter keinen Umständen ein Pflaster im Burger zu finden sein?“

 

(Weil es dem Ruf der Marke schadet.)

 

 

Die Fragen wirken so überflüssig, dass ich überzeugt bin, dass sie kürzlich eine Schulung gemacht hat, wo es explizit hiess:

Fragen sind ganz wichtig! Nur so bleibt die Aufmerksamkeit bei ihnen!

 

Sie spricht ausserdem alle mindestens einmal an, mich allerdings mehrmals, wahrscheinlich weil ich den einfachsten Namen besitze und ungefährlich jung aussehe.

Ihre Technik wirkt eine Weile, aber dann drifte ich ab.

 

Die Sicherheitsmassnahmen und Hygienevorschriften werden mehrmals betont und das idealerweise angeeignete Wissen später durch ein „Quiz“ getestet.

 

Irgendwann ist dann alles zu Ende, aber wie erklärt wird, sei man „zu schnell gewesen“, deshalb müsse man vorschriftsmässig noch warten. Die Personalchefin und der Typ verlassen allerdings den Raum.

Die Filialleiterin versucht etwas Smalltalk zu machen, allerdings kann oder will niemand so richtig mitmachen. Die Spannung im Raum steigt.

 

Der Smalltalk bewegt sich zwischen ihr, einem kleinen Typen den sie offenbar schon länger kennt, einem dauergrinsenden Schwarzen, und mir, weil ich schlecht mit solchen unangenehmen Pausen umgehen kann. Als das Gespräch zum fünften Mal erstirbt, erklärt sie jetzt rauchen zu gehen, einige schliessen sich an.

Draussen wird sich möglicherweise ein entspannteres Gespräch ereignet haben, ich rauche leider nicht.

Etwa eine Viertelstunde später durften wir gehen und ich hatte den Job.

 

 

An die ganzen Vorschriften wird sich kaum jemand halten.

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"Müllanfuhr" Reloaded.

Es wird auf unserem Blog eine Umstrukturierung geben.

 

Der Grund ist die spärliche Resonanz, für die ich unter anderem eigenen Narzissmus verantwortlich mache. Unsere Einträge sind oft etwas, dass wir produzieren „weil wir es gerne machen“.

 

Das ist natürlich schön, aber marktwirtschaftlich lohnt sich das nicht so wirklich.

Es reicht nicht zu schreiben, um gelesen zu werden.

Es reicht auch nicht, GUT zu schreiben, um gelesen zu werden.

Und gelesen zu werden, ist doch eigentlich immer die Motivation hinter dem Bloggen?

 

Die neue Struktur wird also folgendermassen aussehen:

 

Montag:

Bleibt gleich. Ein Eintrag im bisherigen Stil.

Mittwoch und Freitag:

Hier werden wir uns auf das Thema Medien beschränken. Mittwochs wird Francois einen Comic dazu zeichnen, Freitags werde ich eine Kritik zu einem Medium schreiben.

Das Thema Medium ist natürlich immer noch sehr offen: Musik und Film sind präsent, aber auch zu Büchern oder auch Youtubekanälen, Bildern und Hörspielen könnten Einträge gemacht werden.

Wir möchten unseren Blog damit etwas spezifischer machen, uns spezialisieren. Die Einträge sollen noch immer der Unterhaltung dienen, noch immer kompakt sein, aber ebenfalls im Sinne des Titels unserer Website „Müll“ ans Tageslicht bringen, von dem viele Leute vielleicht nie etwas gehört hätten.

 

Genaueres immer Mittwochs und Freitags.

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Das Festival

Wo ist nur meine rote Matratze? Hat die jemand geklaut?

 

Mein Gesicht klebt am Zeltboden, überall läuft Musik. Gute Musik aber ich kann sie nicht so richtig geniessen, zu viel getrunken am Vorabend.

Ich ziehe den Reissverschluss des Zeltes herunter und versuche das Ding zu verlassen ohne einen Schauer Tau mitzunehmen.

Morgens ist das Greenfield Festival ruhiger als in der Nacht. In sehr seltenen Momenten verstummt sogar mal die Musik.

Ich setze mich unter den Pavillion. Da ist noch Bier. Bier morgens? Niemand da der mich aufhalten könnte.

 

Abends befinde ich mich wieder in der Crowd. Die meisten Leute habe ich wieder verloren, Disturbed war zu geil. Um mich herum war alles in Rage, ich hatte mich diesmal nicht zum Moshpit durchgedrängelt, der Moshpit war zu mir gekommen.

 

Und dann begann der Regen.

 

Leute fluchten, Leute spannten Regenschirme aber dann kamen Slipknot auf die Bühne und einer brüllte irgendwas in Mikrophon. Der Regen war jetzt kein Dämpfer mehr, er stachelte nur noch mehr an. Es war der letzte Abend des Festivals. Die Leute waren müde, aber warum nicht noch ein letztes Mal ausrasten oder?

 

Irgendwann hatte der Regen gewonnen. Ich fand jemanden von unserer Zeltburg und wir lief mit durchtränkten Klamotten zurück.

Mein Zeug war gepackt und ich drehte nochmal eine Runde wegen meiner roten Luftmatratze.

Und da war sie. In einem Haufen Alufolie und zur Hälfte mit Wachs bekleckert.

Ich erinnert mich. Da waren zwei Kiffer, die sich aus Duct-Tape und Alufolie eine Höhle zwischen zwei Zelten gebaut hatten. Sie hatten fast das gesamte Festival darin verbracht.

 

Idioten.

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"Ihr fickt Schafe, stimmt's?"

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Verschiedene Szenen einer Annäherung

Einfach nur mit ihr reden. Ist eigentlich komisch, ich kenne sie doch gar nicht. Es ist erst komisch, wenn du es komisch werden lässt. Kann ich noch fragen wie ihre Prüfung war? Die war doch vorgestern, das hätte ich maximal gestern noch fragen können. Es muss etwas einfaches sein, ich frage einfach ob sie Lust hat, heute in die Schule zu gehen. Da wird sie nein sagen. Dann sage ich, dass ich auch keine Lust habe. Aber was sage ich dann?

 

C. ist nicht bei mir, er hat später Schule. Ich laufe auf den Bahnsteig und da sitzt sie alleine. Sitzt, obwohl alle anderen stehen. Die Gelegenheit kann nicht besser sein. Ich fühle mich, als würde ich auf Stelzen gehen, mein Herz schlägt wohl schneller.

 

„Hallo.“ begrüsse ich sie lächelnd.

„Hallo.“ begrüsst sie mich lächelnd.

Ich stehe neben sie hin. Jetzt müsste ich etwas sagen. Jetzt.

Jetzt ist es schon komisch, oder nicht?

Nichts.

Der Zug kommt.

Sie steigt ein, ich steige woanders ein, begrüsse die üblichen Gesichter, wir reden über etwas anderes.

 

Jetzt aber. Es ist der nächste Morgen. Ich steige aus dem Bus, sie ist wieder da, wieder alleine. Ich habe Glück, mein Herz rast.

„Hey E.“

„Guten Morgen.“

„Und... Lust auf Schule?“

Sie grinst. „Nein. Zwei Prüfungen heute.“

Panisch denke ich nach, denke nach ob wohl ich reden sollte.

„Du?“ fragt sie.

„Öh, nein. Ich hab auch noch... Prüfungen.“

Sie nickt. Mir fällt etwas ein.

„Wie war eigentlich das Festival? Ich weiss nicht mehr wie es heisst...“

Sie hilft mir auf die Sprünge und erzählt, dass es für sie und ihre Kollegin ins Wasser gefallen ist, da irgendwas dazwischen gekommen ist. Ich bin begeistert, wie einfach es ist, einfach so mit einem ziemlich fremden Mädchen zu sprechen.

Ich habe den ganzen Tag gute Laune.

 

Ich habe vor der Bäckerei etwas herum gedruckst, bis sie vorbeigekommen ist. Sie schüttelt ihren Orangensaft immer bevor sie ihn trinkt. Ich mach das auch, hat ein Freund gemeint.

Und gefragt ob ich bescheuert sei.

Ich hole sie ein. Sie dreht die Rose in den Fingern. Wir sprechen über irgendwas und lassen beide die Rose unerwähnt. Ob sie ahnt, dass sie von mir ist? Ich meine, warum sollte ich sie nicht darauf ansprechen?

Sie hat sich offensichtlich gefreut, eigentlich reicht mir das.

Keine Ahnung ob sie es jemals herausgefunden hat.

 

Ich warte vor dem PC. So lange braucht doch niemand, um zu antworten.

Irgendwann blinkt die kleine rote Eins über dem Nachrichtensymbol auf.

„Ich würde gerne mal etwas mit dir machen. Und nicht dass ich etwas falsch verstehe oder so, aber ich dachte, ich sag es trotzdem: Aber nur als Freunde.“

 

Schade.

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Der Balkaner in mir

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Zu Besuch bei K.

Ich sitze bei K. einer ehemaligen WG-Mitbewohnerin auf der Couch. Sie wohnt jetzt alleine in einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung etwas ausserhalb der Stadt. Sie finanziert das mit zwei oder drei kleineren Jobs, die  sie neben ihrem Studium führt.

 

"Dann hab ich weniger Zeit über alles nachzudenken." hat sie mal gesagt.

 

Ich will nicht rauchen, wir wollen THC im Blut. Deshalb nehmen wir das Gras und lösen es in der Küche in Öl. Das ganze kippen wir dann über die Pizza. Vegan und selbstgemacht. Ich bin froh, habe ich so viele gesunde Menschen in meinem Umfeld, da kann ich ein bisschen gutes Gewissen mitschmarotzen, ohne ständig aufpassen zu müssen.

 

Wir sehen einen Film und ich starre auf den Bildschirm, aber ich kriege fast nichts mit. Und zwar nicht weil ich etwa schon high wäre, sondern weil ich über K. nachdenke. Wir sitzen etwa einen halben Meter voneinander entfernt. Mann-Frau Freundschaften sind kompliziert, wenn man sich öfter alleine trifft und gegenseitig attraktiv und symphatisch findet. Ich nehme einfach mal an es geht ihr da genauso.

 

Im Fernseher sitzen die Protagonisten ebenfalls auf der Couch und diskutieren. UND ES IST DIESELBE GRAUE COUCH.

"Schau mal, wir sitzen alle im Kreis." weise ich K. auf den merkwürdigen Zufall hin und sie lacht. Und die verdammte Szene dauert eine gefühlte halbe Stunde in der wir vergeblich versuchen, uns in das Gespräche der zwei Typen im Film einzubringen.

 

Dann wirkt das Gras stärker. K. ist abgehärtet, ich bin sowas von nichts gewöhnt. Die Leute im Fernseher lachen, ich fühle mich gar nicht mehr gut.

 

"Geh kurz frische Luft schnappen." meine ich kurz angebunden.

 

Scheisse. Ich stehe auf aber spüre meinen Körper noch sitzen. Erst verzögert stehe ich. Jeder Schritt ist auf diese Weise verzögert. In meinem Kopf drehen die Rädchen, WAS IST DAS, das ist mir noch nie passiert. Hat das Gras die Wirkung des kürzlichen LSD-Konsums wieder hervorgeholt? Ist das eine Marihuana-Überdosis? Ich meine sterben kann man daran ja nicht, aber was ist mit ohnmächtig werden? Ich halte mich nicht mehr für fähig, das Ganze zu googeln (zum Glück), und stapfe unsicher und übervorsichtig auf den kalten Balkon.

 

Sie kommt nach, versucht mich zu beruhigen aber weiss, dass sie versucht mich zu beruhigen und das macht es nur noch schlimmer. Sehe ich etwa so schlimm aus? Ich beuge mich übers Geländer und kotze...

 

Auf das darunterliegende Vordach.

 

Immerhin sehr ökologische Kotze, kein Tier entehrt diesmal.

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23:04 Uhr

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Der Klassiker: Was ist Kunst?

“Du Wichser!”

 

Lachend rennt D. auf die Strasse, Francois hinterher. An der Tür steht noch der Typ mit dem D. sich gerade noch angeregt über Wein unterhalten hat. Ich ziehe mit den beiden mit, keine Ahnung was passiert ist, wahrscheinlich sucht D. nur wieder Streit, eine seiner Lieblingsbeschäftigungen wenn wir unterwegs sind. Heute gibts überall in der Stadt Kultur und wir sind hier, weil ich mich beteiligt habe an einem der Projekte.

 

Gerade haben wir uns spontan ein Konzert angehört, irgendwo in einem Weinkeller. Fehl am Platz, alte Leute, komische Musik, Stille im Publikum, dazu Wein.

Kurzgesagt: Lachkrampf im unpassenden Moment.

Wir verziehen uns in die hinteren Reihen und D. versucht sich erfolgreich am Weinraten. Ich bin beeindruckt.

 

Ich versuche mich ebenfalls und schwenke ein Glas vor meinen Augen.

 

“Mja, ich bin mir nicht sicher. Aber ich denke, ja, das sollte WEIN sein. VERMUTLICH, vermutlich Rotwein.”

 

D. ignoriert mich.

Aber wie gesagt, eigentlich bin ich beeindruckt.

Ich verstehe absolut nichts von Wein.

 

In einer Galerie versuchen wir uns an den Gemälden von Ludwig Kirchner. Ich mag die Bilder und male auch selbst so, aber nicht weil ich damit etwas spezielles ausdrücken will, sondern aus reiner Intuition. Wir labern in den Kunstbegriffen und vermutlich hat auch der Wein seinen Einfluss, aber wir diskutieren. Wie immer während solchen Diskussionen denke ich irgendwann nur noch eines:

 

Denken wir nicht viel zu weit? Und warum hängen genau die Bilder da und was machen die besser als andere? Was macht diese Bilder so wertvoll?

 

Wir sind auf dem Weg zu meinem Projekt, mit dem ich die letzten Wochen verbracht habe. (Siehe: Stress) Ein begehbarer Würfel, Projektionen von allen Seiten, Projektionen die ich nicht einmal selbst erstellt habe. Ist das Kunst? Ich weiss wie diese Installation entstanden ist, nichts daran hat einen Hintergrund, ausser dass es halt gemacht werden musste. Weil der Boss da mitmachen wollte. Welche Interpretation wäre auf diesen Schluss wohl gekommen?

 

Trotzdem sehe ich bei den Besuchern denselben Blick, den ich auch im Kunstmuseum beobachten konnte. Den Versuch, zu verstehen. Ist das Kunst?

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Überborden

Hinter der Scheibe ziehen Felder und verlassene Fabriken vorbei. Und immer die Leitplanke.

 

Ich bin so schnell unterwegs.

 

Renne über den Asphalt neben den Autos her, stosse mich am Boden ab in die Höhe, krache auf den Rücken des Lastwagens und reisse ihn auseinander. Meteoriten folgen mir in einen riesigen Vulkan. Ich stürze nicht, ich DÜSE in die Tiefe, blähe mich in Regenbogenfarben auf und alles steht still.

 

Ein graues Männlein schwebt neben mich heran. Es nimmt mich nicht wahr, erst als es mich berührt, zuckt es zusammen.

 

"Wer bist du?"

"Nur ein Kind auf einem Rücksitz."

Das graue Männlein verzieht das Gesicht.

"Spült ihn hinaus!"

 

Ich höre Rauschen und sehe ein graues Grinsen, dann packt mich die Flut und die Fluten drücken mich in ein Rohr, das mich nach oben drückt. Die Lichter ziehen in einem repetitiven Rhythmus an mir vorbei und dann ist da ein fremdes Land.

 

"Papa?"

"Ja?"

"Sind wir bald da?"

"Noch eine Stunde."

 

Vor der Scheibe tanzt die Fantasie. Ich ziehe einen Helm an.

 

Diesmal übertreib ich es richtig.

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Liebster Award

Wir wurden nominiert! Für den Liebster Award! Obwohl, ich glaube es ist gar kein Award, sondern nur eine Art sympathischer Kettenbrief. Oder etwa doch nicht? Gibt es was zu gewinnen?

 

Jedenfalls hat uns die grossartige Silja von Soja Koala verlinkt und in ein sehr gutes Licht gestellt. Ich hoffe man sieht darin nicht mein errötetes Gesicht.

Aber besser direkt zu den Fragen, die wir über Skype und ein Clouddokument zu zweit superauthentisch beantwortet haben:

 

Warum hast du angefangen zu bloggen?

Mata: Ich wollte eine Möglichkeit haben, das Zeug was ich schreibe unvoreingenommenen Leuten zu zeigen ohne das unter meinem echten Namen tun zu müssen, was mit Einschränkungen verbunden gewesen wäre.

Francois: Da stimme ich Mata zu. Es ging um Fame und die Freiheit Dinge zu zeigen, die man besser nicht mit uns in Verbindung bringt.

 

Woher kommt der Name deines Blogs?

Mata: Der buchstäbliche Name kommt tatsächlich von einem Verschreiber meinerseits. Es sollte erst MüllABfuhr heissen.

Francois: MüllANfuhr fand ich aber auf den ersten Blick verdammt nice. Verstehe es als “den Shit”, im Sinn von “geilem  Zeug”, an die Leute zu bringen.

Mata: Ich würde sagen, es geht darum, aus dem “Müll” der heutzutage überall so anfällt, ein paar wertvolle Stücke zu retten und diese kompakt und unterhaltsam zu verpacken.

 

Kaffee oder Tee?

Francois: Ich hasse Kaffee, Tee ist besser.

Mata: Im Büro trinke ich meist ebenfalls Tee. Bei Müdigkeit auch mal Kaffee. Eigentlich aber beides nur, weil es ein guter Anlass ist, sich in der Büroküche eine Weile zu unterhalten.

 

Was ist dein Lieblingscafé?

Francois: Ich gehe eher in Balkanerclubs, Cafés sind nicht so mein Ding.

Mata: Ebenfalls nicht. Manchmal zieht mich Francoise mit in die Clubs.

 

Tinder - Lust oder Frust?

Francois: Siehe iLove-Eintrag.

Mata: Hab ein echtes Profil und ein Fake-Profil. Auf beiden nicht wirklich Erfolg.

Francois: Ich lache heute noch über Matas Poser-Bilder.

 

Wann hast du zuletzt einen Brief geschrieben bzw. einen handschriftlichen Brief aus deinem Briefkasten fischen dürfen?

Francois: Vor einem Monat zu Weihnachten. Hab ihn aber selbst abgegeben, nicht via Post.

Mata: Vor zehn Jahren oder so hab ich mit meiner Patentante Briefe geschrieben. Im Sommer krieg ich immer obszöne Postkarten, zählt das?

Was machst du, wenn du nicht bloggst?

Francois: Meine Rapkarriere planen und Mata zum Mitmachen überreden. Ich nenne es “Bergbauernrap”.

Mata: Atmen. Warten bis ich wieder bloggen darf.

 

Welches Reiseziel möchtest du unbedingt einmal bereisen?

Francois: Die Höhlen und unendlichen Hügellandschaften von Matas Mutter

Mata: Asien. Mach ich demnächst. Und die Abgründe von Francois’ Niveau.

 

Deine größte Schwäche?

Francois: Diskomukke auf ein halbes Radler.

Mata: Francois.

Was fasziniert dich an Anderen am Meisten?

Francois: Der Mut etwas mit unsicherer Zukunftsperspektive trotzdem hartnäckig zu verfolgen.

Mata: Wie jemand von einer Sache vollkommen überzeugt sein kann.

 

Mit welcher berühmten Person (tot oder lebendig) würdest du gerne mal essen gehen?

Francois: Kollegah und seinem immensen Bizeps.

Mata: Mit Andreas Glumm. Oder mit Katrin Fricke aka. “coldmirror”.

 

Ja das wars. Also gleich weiter zu unserer Nomination: Ich schlage Frau Müller, das “Kuckucksei im Lehrerzimmer”, vor. In ihrem Blog führt sie gerade eine Reihe, in der sie Einblicke in ihre Viererbeziehung gewährt. Das solltet ihr lesen:

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Die Firma (Teil 2)

Wie mir U. irgendwann im Vertrauen sagte, war er nicht nur lernbehindert, sondern hatte regelmässig Epilepsieanfälle, wogegen er Medikamente nahm, die ihn allerdings sehr müde und traurig machten. Ich erinnere mich als es eines Tages nicht so gut um ihn stand.

 

"Ich bin müde." meinte er dann. Fing von irgendeinem Thema an, stoppte und wiederholte wieder nur: "Ach, ich bin müde." Seine Stimme war resigniert und man konnte spüren, dass er das alles schon kannte. Ich gab dem Chef Bescheid und der kannte das wohl auch schon, denn er rief sofort U.'s Mutter an.

 

Vielleicht müsste ich anmerken, dass U. an die 30 war. Er sass immer im selben Zug in dem wir Schüler damals zum Gymnasium gefahren waren. Beleidigte die Schüler manchmal, schimpfte dann bis zur Station an der die Schar ausstieg. Hab auch erst nach ein, zwei Wochen verstanden, dass er dieser Assi-Zug-Typ war.

 

"Du bist ein Guter." meinte er mal zu mir. "Du bist nicht wie die anderen." Die anderen waren die Schüler im Zug die auch auf meine Schule gingen.

 

Der Chef hatte mir eine gebrannte CD mitgebracht, mit zwei Alben drauf. Natürlich hätte ich die superschnell selber runterladen können, aber die Geste zählt, ist schon so. Wir hatte uns über die besten Sharingportale unterhalten und über Musik. Er stand auf poppigen Hardrock und ich mehr auf poppigen Punkrock aber "The Anix" hatten es mir dann doch angetan und so kam es zu der Nettigkeit.

 

"Hab mich am Arm verletzt, scheisse ja."

 

Der Arm sah normal aus und ich konnte nie eine Einschränkung beobachten, aber wer weiss was Leute so mit sich herumtragen. Man muss nicht alles wissen.

 

Warum genau die Leute in dieser IV-Abteilung waren, war mal schwerer, mal leichter zu erkennen. Da war der Typ mit dem Sprechgerät am Hals, kurz nachdem ich ankam, trat er seine Reise nach Las Vegas an. Dann einer um die 20, sah normal aus und wirkte meist ziemlich distanziert, als würde er gar nicht hingehören. Aber eines Tages, ich musste irgendwas ausleihen, und kam an seinem Arbeitsplatz unter einer grossen Maschine vorbei, da sah er mich an und grinste. Ich grinste zwar zurück und vielleicht war es nett gemeint, aber ich hatte plötzlich diesen Gedanken im Kopf, dass er mich angesehen hatte wie ein Stück Fleisch.

 

Besser nicht drüber nachdenken.

 

Irgendein Donnerstag. Ich hab am Vorabend getrunken, keine Ahnung zu welchem Anlass, aber ich bin zu spät. Der Boss ist unzufrieden, ich bekomme Ärger, aber er hat das nicht so wirklich drauf mit dem wütend werden und als ich nach Arbeit frage bekomme ich für eine halbe Stunde etwas zu tun, bevor ich wieder in Lethargie versinke.

 

U. hat seine Schuhe und Socken ausgezogen und zieht sich Haut von seinen sich schälenden Füssen. Er sammelt sie auf dem Tisch. Er fragt mich:

 

"Warum sagen die Leute ich sei speziell?"

 

Ich weiss darauf keine Antwort und sage irgendwas davon, dass jeder speziell sei.

 

Was für eine dumme Antwort.

 

Nachdem ich woanders arbeiten ging schrieben wir uns noch manchmal, aber seine Nachrichten waren durchzogen von haufenweise Schreibfehler, was sie oft unlesbar machte und eigentlich war es nicht so wirklich ein Dialog, deswegen schrieb ich bald immer weniger zurück. Dann hatte ich eine neue Nummer und vergass ihn mehr oder weniger.

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Die Firma (Teil 1)

Ich stand mit Francois vor dem Kaffeeautomaten, dem inoffiziell grössten Zeitfresser der Firma. Das beste war der Kakao, Kaffee mochte ich nicht.

 

Ich war fertig mit meinem Ferienjob, mehr oder weniger wegen U. war ich nochmal hergekommen. Hab mir einen Vorrat an Energydrinkdosen geholt. Etwas 20. Bester Energydrink. Von dem am weitesten von U.'s Arbeitsplatz entfernten Automaten natürlich, ist ja auch gesund, Beine vertreten und so.

 

Francois hatte noch einige Monate Job vor sich, immerhin jetzt für einen Scheisslohn, statt einem Superscheisslohn, so viel hatte er sich in einem Gespräch erstritten.

 

"Muss los.", meinte Francois. Natürlich hatte er schon eingestempelt, und DANACH einen Kakao getrunken, wie es üblich war, aber da sein Vater nur eine Abteilung entfernt arbeitete, hatte er in dieser Hinsicht weniger Freiheit als ich, der sicher mindestens einen Viertel meiner Arbeitszeit nur unproduktiv herumlief, vor allem wenn U. da war, der einen gewissen Respekt zu geniessen schien.

 

Bei Francois' Abteilung unterdessen hatte es einen "hochsignifikanten Anstieg an fehlerhaften Computern" gegeben, der zeitlich mit seiner Anstellungszeit zusammenfiel, was seine Situation noch mehr einschränkte. Ich verabschiedete mich also und lief Richtung Ausgang während ich meine Zeit in dem Laden evaluierte.

 

Nachdenkliches Gesicht. Verschwimmende Szene. Backflash.

 

Die scheiss Metallschienen waren es gewesen!

Ich kratzte die Stellen zwischen meinen Fingern mit dem Ausschlag. Kleine Bläschen waren darauf zu sehen. Sie liessen sich ausdrücken, aber das tat ziemlich weh. Ich hatte mir wohl nach dem Einpacken der öligen Schienendinger die Hände über Nacht nicht gewaschen.

Wie eklig von mir.

 

"Mata!" U. stand mit freudig erregtem Gesicht von seinem zu Tode gesessenen und zerfledderten Stuhl auf und kam an meinen Platz, die leuchtenden Augen nicht einen Moment vom Smartphonedisplay abwendend.

Da war eine dicke Frau mit richtig labberigen Titten auf dem Bild, das er mir unter die Nase hielt. Ich versuchte ehrlich statt säuerlich zu lächeln und spähte aufs offene Feld hinaus, wo unser Chef gerade noch mit einem Gabelstapler entlanggefahren war.

 

Ich befand mich in der Invalidenabteilung der Firma in der mein Vater arbeitete und hatte nichts zu tun.

Keine Ahnung warum die mich eingestellt hatten. Nicht dass sie viel Geld an mich verloren, ich hatte den niedrigesten Lohn unter all meinen Bekannten die je IRGENDWO einen Ferienjob gemacht hatten, aber dummerweise beharrte der Chef dieser Abteilung auf meinem pünktlichen Erscheinen und Verschwinden. Und Arbeiten manchmal.

 

U. hatte inzwischen einen anderen gefunden, dem er seine neue Errungenschaft zeigen konnte.

"Die würdest du gerne, hm?", fragte der Typ der jetzt bei ihm stand gehässig.

"DU WÜRDEST DIE GERNE!", antwortete U. sofort und lachte, als hätte er soeben die schlagfertigste Antwort des Jahrzehnts rausgehauen. Die beiden verschwanden zum Kaffee.

 

U. hatte eine Lernbehinderung, so viel wusste ich von einem anderen Arbeiter, der mich am ersten Tag vor ihm gewarnt hatte.

"Er ist sehr speziell. Pass ein bisschen auf." waren die beunruhigenden Worte, mit denen mich so ein Personaltyp mit U. bekannt gemacht hatte.

"Oder U.?", meinte er dann viel zu laut zu U. und klopfte ihm auf die Schulter.

U. sah nichtmal auf. "Was?"

"Du bist sehr speziell, oder?"

Er bekam keine Antwort.

 

Gerechtfertigt, wie ich fand.

 

Darauf verschwand der Personaltyp auf Nimmerwiedersehen und überliess mich für die restlich vier Wochen der Abteilung.

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Peinliche Pause

Ich warte, wir beginnen beide zu sprechen, lachen nervös und verstummen wieder. Ich habe gehört, peinliche Pausen entstehen oft nur, weil man eigentlich gar nicht miteinander reden will. Aber so ist es nicht, ich habe nur Angst, etwas Falsches zu sagen.

 

Ich beginne irgendeinen belanglosen Satz, möchte ihn aber gar nicht zu Ende führen, so nichtssagend ist er.

 

"Jaja.." meint sie und sieht in eine andere Richtung.

 

"Wohin musst du?" fragt sie.

 

"Nur nach Hause."

 

Sie nickt. "Feierabend."

 

Ich nicke ebenfalls.

 

Später stehe ich auf und verabschiede mich lächelnd. Sie lächelt zurück und ich will bei ihr bleiben aber es gibt keinen Grund und wir kennen uns auch gar nicht.

 

Sehen wir uns etwa immer noch an?

 

Ich werfe meine Tasche über die Schulter und gehe.

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Porno-Stopp

"Hey. HEY!"

 

R. Einer meiner besten Freunde, stösst mir von der Seite den Ellbogen in die Rippen. Er nickt Richtung einer Frau und ja, da gibt es etwas zu sehen. Die gespannten Leggins-Jeans enthüllen mehr als sie verdecken, obwohl abgesehen von den obligatorischen Schnitten an den Knien die gesamte Haut bedeckt ist. R. hat diese Beobachtungsgabe, die soweit mir bekannt allerdings ausschliesslich auf den Bereich Ärsche und Titten beschränkt ist.

 

Ich starre immer noch auf diese Kurven. Und das hat seinen Grund. Ich habe nach täglichem Pornokonsum nun bereits seit drei Wochen nichts mehr aus dem XXX-Bereich gesehen. Und das wirkt sich aus.

 

Der Grund für diesen Wandel war ein Zwischenfall mit einer Frau und einem schlaffen Schwanz, ich glaube nicht, dass ich dazu mehr sagen muss.

 

Natürlich ist das Internet für meinen Konsumstopp verantwortlich, wie es auch für den Überkonsum verantwortlich war. Es geistern dort nämlich massenhaft Theorien über die Schädlichkeit von Pornos, aber auch Selbstbefriedigung allgemein herum. Die sogenannte NoFap-Challenge soll aktiver und selbstbewusster machen, der Verzicht auf Pornos die Libido anregen.

 

An mir selbst spüre ich noch keine grosse Veränderung, abgesehen davon dass mir plötzlich überall Geschlechtsteile auffallen, wo vorher nur Frauen waren. Aber es wird weiter berichtet, falls sich was ändert.

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Filler

Ich habe jetzt zwei Texte angefangen aber irgendwie wird das heute nichts.

 

An diesen speziellen Tagen, an denen irgendwas grundlegend nicht stimmt und man das auch gerade nicht ändern kann, da muss ich natürlich einen Blog schreiben, weil ich mir diesen Rhythmus auferlegt habe. Da muss ich dem Namen Müllanfuhr wohl mal wieder Ehre machen und ein bisschen in das leere Internet herausnölen.

 

Auf Youtube läuft eine Playlist, die immer mehr in dieses schlagerähnliche Gesummsel abdriftet und ich mag nicht umschalten, ich mag irgendwie gar nichts tun, obwohl gerade ein wirklich nervtötender Ohrwurm läuft, irgendwas mit Hulapalu...

 

Ich frage mich ob das normal ist, dass in meinem Leben gerade so gar nichts los ist, das mich begeistert. Und eigentlich hält dieser Zustand auch schon eine Weile an, so kommt es mir in in dieser depressiven Phase zumindest gerade vor. Keine Frauen, nichts Neues das geschieht, mein Praktikum an einem Punkt festgefahren, an dem es gar keinen Sinn mehr macht, dort zu sein.

 

Ich hätte Lust ein paar Kanonenkugeln durch die stille Stadt zu blasen oder ein paar Kinderschändern die Kehle aufzubeissen.

 

Ich habe meinen Alltag, habe meine Freiheit, aber glücklich bin ich nur selten.

 

Es gefällt mir hier einfach gerade nicht. Ich muss mal wieder weg von all dem gefühlten Wüste meines Alltags. Bald, bald...

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Ein halber Tag mit Kolle

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Clubleben

Wir stehen an der leuchtenden Theke in der Disko und haben farbige Drinks in der Hand. Ich sehe mir die freie Haut und die dunkel umrandeten Augen an. Die Mädchen und Frauen sehen überall hin, nur nicht zu mir. Um sie anzusprechen ist es zu laut, ausserdem hätte ich mich das auch niemals getraut. Macht man das überhaupt in einer Disko?

 

Männer drängen sich an mir vorbei, sie sind älter und gehen zielsterbig durch den Club zum VIP-Bereich, der aus einem Glastisch und einer Eckbank besteht. Scheinbar lässt sich damit ein doppelter Eintritt rechtfertigen. Aber in Clubs gelten andere Gesetze von Preis und Leistung, es geht nie um haben, immer nur ums zeigen.

 

Ich, Francoise und ein anderer Freund waren letztes Mal mit Klassenkameradinnen da, haben mit denen getanzt, ganz einfach. Aber was macht man, wenn man eine Gruppe junge Männer ist? Ich sehe keine Männer die miteinander tanzen.

Irgendwann bewegen wir uns doch zur Tanzfläche, man kann ja auch nicht den ganzen Abend an der Bar verbringen. Körper bewegen sich, mal schneller, mal langsamer, mal besser, mal einfach freizügiger.

 

 

Wir sind Geister. Ich hatte erwartet, dass irgendwas passiert, dass mich ein Mädchen anlächelt oder die Leute verächtlich auseinander gehen wenn wir da sind, aber die Frauen bilden Kreise untereinander, anziehende, aber unüberwindliche Mauern und die Männer stehen nur wippend da oder tanzen schon mit einer Frau. Ich versuche, den Flow zu finden, wir tanzen miteinander und sondieren die wild blinkende und von einer trägen Menschenmasse gefüllte Tanzfläche.

 

Wir stehen wieder an der Bar und bestellen überteuertes Bier. Ich fühle mich entgegen jeder Wahrscheinlichkeit schon wieder nüchtern und die Sache ist klar:

Wir haben noch zu wenig getrunken.

 

Francoise erwähnt wie irgendwer damals irgendwas gemacht hatte und wir lachen. Noch einen Drink, haben sowieso schon zu viel ausgegeben, nach dieser Logik treffe ich bereits meine Entscheidungen.

 

Zurück auf die Tanzfläche. Die Nervosität ist weg, die Moves werden gewagter und ausgefallener. Ich glaube, nun fallen doch ein paar Blicke auf uns, aber das interessiert jetzt nicht mehr. Es ist jetzt beinahe Sport, was wir machen, zumindest genauso schweisstreibend.

 

Ich gerate in eine angenehme Trance.

 

Später im Nachtbus erzähle ich jedem der es hören will, wie wir im Club oben ohne vor dem Ventilator getanzt haben.

Ein Security-Typ hat uns dann angewiesen, uns wieder anzuziehen. Rausgeworfen werden, das wäre die bessere Geschichte gewesen, aber echte Geschichten haben halt nicht immer einen Höhepunkt.

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Stress

Was für ein beliebtes Wort: Stress.

Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit eine gute Ladung davon.

In dem Praktikum, in dem ich gerade arbeite, wurde mir die ebenso anspruchsvolle wie undankbare Aufgabe zugeteilt, innerhalb etwa eines Monats eine Kunstinstallation zur Repräsentation des Architekturbüros an einer Stadtausstellung zu planen und zu bauen. Inwiefern das gut gemeint war kann ich bis heute nicht sagen, ich weiss nur, vorher hatte ich nicht viel Produktives zu tun, was wohl schnell auch zur Chefetage durchgedrungen ist.

Ich begann also motiviert, war froh, mal selbst für etwas verantwortlich zu sein, statt mich nur um Kaffee und Plots zu kümmern, und das Projekt klang interessant und nach einer Möglichkeit, wirklich etwas zu leisten.

Die Ernüchterung folgte schnell. Die zugeteilten Helfer waren selbst gestresst und halfen nur unter dem Vorwurf, sie müssten jetzt das Projekt anstelle von mir auf die Beine stellen, die kreative Arbeit wurde mir unfreiwillig vom Chef abgenommen und mir blieb die Organisation, die ich schon vor dem Projekt nicht gerade als eine meiner Stärken bezeichnet hätte.

Irgendwie hat dann doch alles mehr oder weniger geklappt, aber am letzten Tag, an dem alles aufgebaut wurde, schlug mein Körper zurück. Ich lief im Büro auf und ab, leisten tat ich nichts mehr, nur ab und zu beantwortete ich den Leuten ihre Fragen, soweit ich das konnte, konnte ich es nicht erntete ich ein ein Augenrollen oder ein Kopfschütteln, was einem in jedem anderen Moment am Arsch vorbei geht, aber an diesem Tag fühlte ich mich mit jeder Minute nutzloser uns unsicherer und hatte gleichzeitig das Gefühl, dass alles an mir hang, was es teilweise auch wirklich tat.

Nach 14 Stunden wurde ich dann von einer der Zeichnerinnen nach Hause geschickt, eine von denen, die nach ein, zwei Bier sensibler auf solche Schwingungen reagieren.

Zu dem Zeitpunkt war mir schon ein bisschen schwindlig.

Schlussendlich war ich stolz, aber nicht auf das Projekt, das war mir Tag für Tag egaler geworden, sondern das ich den Stress überstanden hatte. Ich weiss dass ich, sollte ich wieder in so eine Situation kommen, anders damit umgehen werde.

Inzwischen arbeite ich an einem Gebäudemodell und habe wieder Zeitdruck, aber die Arbeit macht Spass und ich merke auch, dass ich wirklich vorankomme, obwohl ich das ebenfalls noch nie gemacht habe.

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LSD mit C.

Ich und C. sitzen auf einer Lichtung im Wald. Ich laufe in Socken über den Waldboden der nur noch kleines Plastikspielzeug ist, aber unendlich liebevoll gestaltet.

 

Ich hebe eine Tannennadel hoch und zerdrücke sie. Fasziniert betrachte ich das Material. Die ganze Welt besteht aus einem Meer aus kleinen glänzenden Plastikbauteilen. Ich darf mit meinen Händen nicht zu tief hineinfahren, weil es darunter feucht wird und ich keine dreckigen Hände möchte.

 

Noch wirkt das LSD nur schwach, in diesen Momenten fragte man sich oft ob das überhaupt das LSD ist was man gerade spürt und realisiert meist erst eine Weile später plötzlich:

 

Jap ich bin sowas von drauf.

 

Ein Pärchen sitzt ebenfalls zu der Lichtung, sie sind auf ein Gespräch aus. C. Regelt das, zum Glück. Sagt ihnen Hallo oder so. Mehrmals drehe ich mich um und immer sitzen die zwei noch da, obwohl sie aussehen als würden sie nur eine kurze Verschnaufspause machen.

 

Mein sehnlichster Wunsch ist es, dass die beiden verschwinden.

 

Wir hocken mucksmäuschenstill und verkrampft da, ich zumindest, dann, hundert Jahre später, verschwinden sie endlich.

 

Wir fahren mit dem Fahrrad den Berg herunter, ohne Ziel. Die Ziellosigkeit belastet mich plötzlich ungemein. Was tun wir hier eigentlich, was hat das alles für einen Sinn? Was hat es für einen Sinn? Was für einen Sinn? Was tun wir? Was für einen Sinn? Was...

 

"Sieh mal!" C. Zeigt ins Dorf runter, ein wunderbarer Ausblick. Alles leuchtet und bewegt sich.

 

Wir fahren durch das seltsam fremde, geheimnissvolle Dorf, ich fühle mich, als würde sich alles drehen, aber Mühe mit dem Gleichgewicht habe ich kein bisschen.

 

Wir machen Pause auf einer Bank, C. Ist voller Energie, ich möchte nur sitzen, das Zeug das ich unnötigerweise dabeihabe mal eine Weile weglegen. Es ist heiss, ich habe viel zu viel an. Kann ich überhaupt noch einschätzen wie heiss mir ist? Ich fühle mich seltsam.

 

Ich will mich ausziehen. Darf man sowas in der Öffentlichkeit? Ich glaube nicht, bin mir aber nicht mehr sicher. Sicherheitshalber ziehe ich nur meine Jacke aus.

 

Ein altes Pärchen kommt aus der Ferne näher und schon steigt die Sozialphobie wieder in mir auf. Ich versuche mich abzulenken, mit C. über irgendwas zu reden, aber unbarmherzig kommen sie näher und näher.

 

Wir sehen geradeaus, hundert wirre Gedanken später nochmals nach rechts gesehen und die kommen IMMER NOCH NÄHER. Ich muss lachen, C. grinst.

 

Als sie vorbeigehen kann ich mir so knapp ein Lachen verkneifen, ich fühle mich wie bei einem Seiltanz, immer ganz knapp vor dem Absturz in den Wahnsinn. Aber es ist kein schlechtes Gefühl.

 

Wir sind in seinem Zimmer er wollte irgendwas holen und ich hab mich aufs Bett geworfen. Ich weiss nichts mehr, kann nichts mehr einschätzen. Die Decke dreht sich, alles dreht sich aber nicht wie im Alkoholrausch sondern doch irgendwie klar. Ich verstehe nichts mehr, ich verstehe alles.

 

C. will wieder gehen. Sein Eltern kommen bald. Eltern kommen bald, was heisst das? Von was reden wir. Ich habe das Gefühl ich dringe zu einem unbekannten Ursprung vor. C. sieht mich mit einer Teufelsfratze an aber ich habe keine Angst vor ihm.

 

"Mir gehts echt nicht mehr gut." höre ich mich irgendwann sagen. Was ist hier los? C. kümmert sich um mich, ist er mein Betreuer? Bin ich mein Leben lang schon behindert und hab das nur erst jetzt verstanden? Ich kann doch nicht wissen ob es nicht wirklich so ist. Woher soll ich das wissen?

 

Die Stimmung im Raum wird irgendwie erotisch, das ist mir unangenehm, wir liegen beide auf dem Bett ich will ihm sagen dass ich sexuell nichts von ihm will aber lasse es dann doch. Alles ist rötlich eine ruhige, seltsame Musik spielt und ich fühle mich jetzt recht wohl, obwohl ich keine Ahnung mehr habe wo ich bin und was mit mir geschieht. Das Ausmass der geometrischen Muster die ich überall sehe ist auf dem Höhepunkt, die Welt ist ein leuchtender harmonisch bewegter Haufen. Meine Gedanken ziehen in einem schwerfälligen Kreis und gehen in alle Richtungen ins Nichts. Ich habe das Gefühl, als sei ich beim Ursprung an dem die Anfangsbedingung der Welt gesetzt wurden.

 

Irgendwie kriegt mich C. aus dem Bett. Später stellt sich heraus, dass wir so nur knapp seinen Eltern entgangen sind. Ich bestehe darauf, keine Schuhe anzuziehen, als wir das Haus verlassen. Ich wollte den Boden unter den Füssen spüren, die Gewalt über meine Entscheidungen zurück, auch wenn meine Socken dreckig werden.

 

Auf einer Wiese nahe dem Dorf lassen wir die Droge ausklingen.

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Chemo

Verkrampft trete ich ins Krankenhaus und sofort umschwappt mich dieser tiefsüss medizinische Geruch, von dem mir unmittelbar übel wird. Mit jedem Besuch verbindet mein Gehirn diesen Geruch mehr mit der Chemo, schwer zu beschreiben wie ein Geruch so abstossend sein kann, schlimmer als jeder Furz und jeder Studentenkühlschrank nach den Sommerferien.

 

Auf dem Weg in den vierten Stock ist mir bereits nach Kotzen zu Mute. Auf der Onkologie zieht ein anderer Geruch dazu, er ist tatsächlich noch ein Stück schlimmer, ich weiss bis heute nicht woher er genau kam. Ich setze mich auf den Stuhl, werde von der Schwester angeschlossen.

 

"Na wie gehts uns heute?"

 

"Ganz gut." Ich schätze, die Farbe meines Gesichts muss mich wohl lügen strafen.

 

"Carnitin?" fragt sie.

 

"Ja."

 

Carnitin ist ein kleines Fläschchen mit Zitronenduft, das ich über ein Tuch tief inhaliere um jeden anderen Geschmack zu vertreiben. Aber es hilft immer weniger, langsam verbinde ich auch das Carnitin mit den Giften, die jetzt konstant in mich hineinfliessen. Ich versuche, daran zu denken, dass auch diese Medikamente aus der Natur kommen, ich glaube die Eibe produziert irgendwas davon...

 

Ein 18-Jähriger im Nachbardorf ist gestorben, ist wohl betrunken in einem Fluss ertrunken. So schnell kanns gehen. Leben ist geschenkt. Der Tod nimmt niemandem irgendwas weg. Es wird halt nur keine Zeit mehr geschenkt.

 

Ich kotze ins Waschbecken, dann fliehe ich nach draussen und setze mich ins Gras. Die frische Luft tut gut, aber mir ist immer noch schlecht. Ich ziehe die Kapuze auf und mache mich auf den Weg zum Zug. Hoffentlich erkennt mich niemand.

 

Es war die letzte Dosis. Endlich.

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Hooked Hooker - Am Haken

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Wixxen abends

Ein kleines Popup hat sich um den Adblock herumgeschlichen und ploppt am unteren rechten Bildrand auf. Die leuchtenden Titten locken mich zwar nicht auf diese Seite (wetgirls oder sowas) aber weg von der Serienepisode die ich mich gerade noch von etwas anderem weggelockt hat, an das ich mich nicht mehr erinnern kann. Mein Blut fliesst aus meinem Gehirn nach unten.

 

Es ist Donnerstagabend, ich habe den ganzen Tag Anweisungen befolgt, wahrscheinlich muss ich das jetzt auf der sexuellen Ebene kompensieren.

Warum habe ich heute Lust auf grosse Brüste und gestern auf junge naive Mädchen? Der Gedanke verfliegt so schnell er gekommen ist, unwichtig für den Trieb, der tief in mir die Überhand gewinnt, auch wenn äusserlich nichts zu sehen ist ausser vielleicht einem etwas konzentrierterem Starren.

 

Meine Hand ist längst an meinem Schwanz. Noch ist da nichts los aber ist ja auch gemütlich so und dann könnte es auch direkt losgehen.

Ich denke kurz an das Mädchen, das sich heute im Bus lächelnd zu mir gesetzt hat, dann verscheuche ich den Gedanken, ich will sie nicht in dieser Fantasiewelt, sie gehört zu den echten Menschen.

 

Erst mal Kopf und Penis freikriegen.

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Buchkritik: Lebensgeister (Banana Yoshimoto)

Zwei Tage habe ich für das Buch gebraucht.

 

Ich habe es gekauft, als am Bahnhof auf Francois wartete. Ursprünglich hatte ich mir ein anderes Buch ausgesucht, aber nach dem Lesen des ersten Kapitels im Leseecken der Buchhandlung kam mir der Stil des Autors zu eingebildet und egozentrisch vor, also hab ich mir stattdessen dieses Buch gekauft.

 

Neben dem Klappentext hat mich ehrlich gesagt vor allen der Name der Autorin zum Kauf bewegt.

 

Banana Yoshimoto.

 

Die Geschichte beginnt stark. Die ersten Zeilen sind es, die einen sofort hineinreissen in die Gefühlswelt der Protagonistin bei ihrem Autounfall.

 

Gierig begann ich zu lesen, etwa eine Stunde lang. Die Geschichte wagt sich nie weit hinaus aus dieser Frau, die im Grunde nichts gross unternimmt während der Geschichte. Ständig erinnert sie sich an früher, ständig beteuert sie, nach diesem Unfall viel freier zu sein. Schon fast nervtötend wird es, wenn sie ständig wiederholt, dass sie zufrieden sei und dass das Leben doch so schön sei, aber irgendwie wird man den Text nie so ganz müde, denn auch die Wiederholung beschreibt einen Zustand. Ich persönlich konnte mich gut in diese geistige Erschöpfung hineinfühlen, dieses Schweben nach dem Donnerschlag.

 

Die bescheidene Beschreibung des Umfelds der Protagonistin ist für dieses Gefühl vermutlich ausschlaggebend.

 

Nichts an der Geschichte wirkt erzwungen. Sie zeigt ohne jede Spannung die Zeit der Erholung nach einem Schock. Das Phantastische bleibt immer im Hintergrund und auch notfalls erklärbar.

 

Zu lange ist der Text vermutlich nicht, denn auch die Länge hat einen Effekt auf die Stimmung, aber für meinen Geschmack passiert einfach zu wenig. Hab ein paar Stellen quergelesen.

 

3/5 Sterne

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Make Blogs Great Again!

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Was ist das für 1 Art

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Numero 1

Der erste Eintrag, ein grossartiger, nichtssagender Text. Wenn in hundert Jahren die Aliens mit ihren Riesengehirnen unsere digitalen Archive durchscannen, werden sie darauf stossen auf diesen glorreichen Start von zwei bedeutenden Persönlichkeiten...

 

Wir haben also beschlossen euch (endlich) teilhaben zu lassen. Worauf die Welt gewartet hat, es wird endlich wahr, zwei Studenten, ein Ziel: Geld aus freier Kreativität. Wartet nur bis wir berühmt werden! Ich sehe die Ads schon vor mir: „Verliere JETZT 5kg durch diesen seltsamen Trick!“, „Tausche alten Goldschmuck gegen BARES!“ und nicht zu vergessen: „Du bist der 5000ste Besucher!“

 

Warum sich über irgendjemand diesen Blog ansehen sollte?

 

Wieso sollte jemand zehnmal täglich auf Facebook vorbeischauen? Warum sollte man in der Strassenbahn eine zerlesene Gratiszeitung aufheben? Warum essen Penner aus Mülltonnen?

Die Sache ist die: Wir müssen berühmt werden. Was anderes ist nicht drin bei dem Plan, den ich für mein Leben habe. Ich bin weder bei den Bitches, noch beim Champagner kompromissbereit.

 

Ich versinke dann mal in Tagträumen von einem Leben ohne Nine to Five Job, ohne Alltagskonflikte und Langeweile.

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